Samstag, 13. Januar 2018

Neue Nachbarn in Mülldorf - Christus im Fremden begegnen



Die Flüchtlingswelle 2015 hat auch mich überrollt und verunsichert. Um jedoch meinen eigenen Vorurteilen entgegen zu wirken, habe ich mich mit meinem Mann darum bemüht, in direkten Kontakt mit den Flüchtlingen zu treten.

Dies war nicht einfach. Erst einmal wurde überall unsere Hilfe abgelehnt. Wir hatten den Eindruck, dass jeder Helfende seinen eigenen Flüchtling beanspruchte bzw. keine Hilfe benötigt wurde, da mittlerweile alles geregelt war.
Wir haben nicht locker gelassen. So kam es im August 2015 dazu, dass wir von den Begegnungsfesten „Neuer Nachbarn“ in Mülldorf erfuhren. Wir haben ein Begegnungsfest im Oktober besucht und wurden freudig von den Mülldorfern aufgenommen. Ebenso wurde unser Angebot, helfen zu wollen, ohne großes wenn und aber angenommen.

Diese Nachmittage wurden Grundlage für eine enge Beziehung zu einigen Syrern. Einen Syrer haben wir bis zum Familiennachzug bei uns aufgenommen. Nachdem seine Frau und seine drei Kinder im Dezember 2016 nach Deutschland kamen, sind sie in eine eigene Wohnung nach Siegburg gezogen. Der Kontakt brach danach nicht ab, sondern hat sich noch intensiviert. Sie sind Teil unserer Familie geworden.

Aufgewachsen mit christlichen Grundwerten und geprägt durch meine Oma, bei der ich die ersten 6 Jahre meines Lebens verbrachte, war es für mich selbstverständlich, hier Unterstützung anzubieten. Meine Oma musste im zweiten Weltkrieg flüchten, da ihre Heimat von anderen beansprucht wurde. Sie berichtete, dass sie aufgrund ihres tiefen Glaubens an Christus diese Flucht unbeschadet mit dem Rest ihrer Familie überlebt hat. Ich konnte nunmehr meinerseits die ihr entgegengebrachte Hilfe anderen zurückgeben.

Gleichzeitig wurde mir in den Kontakten zu den Flüchtenden bewusst, dass diese aufgrund ihres tiefen Glaubens an Allah die Strapazen sowie den Verlust der Familie ertragen konnten.
Dies hat mich persönlich gestärkt! Ich spüre wieder, dass ein starkes Gottvertrauen zu einem reichen und zufriedenen Leben führt. Reich an entgegengebrachtem Respekt und Dankbarkeit sowie Zufriedenheit, die sich aus meiner eigenen Dankbarkeit, die Möglichkeit zu haben, Hilfe zu leisten, ergeben hat.

Eine Christin aus unseren Gemeinden

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