Mittwoch, 20. Juni 2018

#kerze18bibel

Seltsamer hashtag.
Zur Hälfte etwas Beruhigendes, Tröstendes.
Zur zweiten Hälfte ein insider-gag, den man wohl nur verstehen und lustig finden kann, wenn man damals auf jener Ferienfreizeitfahrt dabei war.

Lustig ist mir, ist uns aber heute wenig zu mute. Vor ein paar Tagen hat die Pfarrjugend St. Martinus erfahren, dass einer von uns schwer verletzt auf der Intensivstation liegt. Einer, den wir alle seit vielen Jahren gut kennen. Den man von FFZ, gemeinsamen Leiterrunden, vielem Lustigen und auch Ernstem, das die Pfarrjugend macht, kaum wegdenken kann.
Das schockiert und macht sprachlos.
Wir sind betroffen. Angeschlagen.
Wir versuchen ihn durch Schweigen, durch Worte, Gedanken, Gebete und Botschaften zu stärken. Seinen Angehörigen unsere Solidarität und Anteilnahme zu zeigen.
Er kämpft zwischen Himmel und Erde um sein Leben.
Und wir haben noch soviel zu sagen.
Und brauchen doch auch selber Beistand in diesen Tagen.


Um diese Kerze im Bild hatten wir uns versammelt und unsere Betroffenheit geteilt.
Auch wenn wir uns nicht jeden Tag treffen können, können wir mit Fotos einer Kerze, die wir zu Hause oder in einer Kirche oder einem anderen Ort, an dem es möglich und für uns jeweils passend ist anzünden, unser Innehalten miteinander teilen.
(Kerzen nicht ohne Aufsicht brennen lassen, außer die Begebenheit lässt es gefahrlos möglich sein)
Wenn ihr an ihn und an alle Betroffenen denkt, dann zündet doch auch eine Kerze an und teilt das Bild in den sozialen Medien mit dem hashtag #kerze18bibel.
Und schickt mir das Bild ohne alles oder mit eurem Namen oder auch einem Text, dann setze ich es jeweils hier in diesen post dazu. Ihr könnt auch die Kommentarfunktion nutzen. Bitte nennt in euren posts nicht den Namen von den Betroffenen, nur euren eigenen.

Warum Kerzen?
Gestern Nacht habe ich darüber nachgedacht, ob wir uns wieder treffen sollen. Und wem wir noch alles davon erzählen sollen. Dann fiel mir ein Text aus einem Buch in die Hände, der ungefähr so klang:

Gemeinsam.
Mir hat es sehr geholfen, dass ältere Menschen mir manchmal zugesagt haben,
als es mir schlecht ging: Ich stelle für dich eine Kerze auf.
Man kann oft nicht helfen, klar.
Aber wie heißt es in einem Buch:
Lange saßen sie dort und hatten es schwer.
Aber sie hatten es gemeinsam schwer,
und das war ein Trost.
Auch wenn ich es nicht schaffe, Worte für diese Person zu finden, schaffe ich es eine Kerze anzuzünden,
in Gedanken da zu sein und zu hoffen. (Für mich sind Opfer-Kerzen nicht nur fur Verstorbene!)
#kerze18bibel
Alexander
Martina Müller
Ich sende ganz viel Kraft und gute Gedanken.
Ich hoffe sehr, dass alles gut wird!!!!
Daria Mahieu
Meike Müller
Basti,Anne, Benni und Jule #kerze18bibel
Wir sind sprachlos, traurig und erschüttert.
Unsere Gedanken sind bei Dir und deiner Familie.
Mit der Wärme dieses Lichtes, senden wir ganz viel Kraft und Stärke!! Du bist ein Kämpfer!
Wir beten und stehen hinter dir und der Familie.
Janine&Gabriel
#kerze18bibel
Eine gute Kerze in einer guten Ecke #kerze18bibel
In der Mülldorfer katholischen Kirche St. Mariä Heimsuchung
pfarrjugend_pjmkIn unseren Gedanken & Gebeten sind wir bei dir,
deiner Familie und deinen Freunden

  • meike.mueller#kerze18bibel #kölnerdom #deinestadtliebtdich #kölnvermisstdich
  • Wir drücken dir die Daumen und hoffen nur das Beste!
    Deine alten Freunde
    Pascal und Tami
    #kerze18bibel


    (In "meinem" Buch (der Psalmen) heißt es in 18:
    Stricke, die den Tod bedeuten, haben mich umschlungen.Ließen mich vor Schreck erstarren. Ich war gefesselt. In Fangnetze des Todes bin ich geraten. In meiner höchsten Not rief ich den HERRN. Ja, ich schrie um Hilfe zu meinem Gott. Er hörte mein Rufen. Mein Hilfeschrei drang bis an sein Ohr.)

    Montag, 21. Mai 2018

    Taufe und Vorbereitung

    Vor kurzem haben wir eine Beilage in eine wöchentliche Werbezeitung beauftrag: auf vier Seiten wurden die katholischen Kirchen, das neue Gemeindemagazin und ein Thema vorgestellt. Dieses Thema soll nun auch hier anregen:


    Die Taufe ist das erste Sakrament, durch das man in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen wird. Sie ist ein Symbol für die besondere Gemeinschaft mit Jesus Christus und
    hat ihren Ursprung in der Taufe Jesu im Fluss Jordan. In Deutschland werden jährlich rund 165.000 Menschen durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen. Darunter sind Erwachsene
    und Kinder; um die 90% werden aber schon als Babys oder Kleinkinder getauft.

    In den katholischen Pfarrkirchen in Sankt Augustin gibt es monatlich je einen Gottesdienst, in dem ein bis drei Kinder getauft werden. Zur Feier sind die Familien und Freunde eingeladen.
    In Niederpleis kommen aber nicht nur der Priester, der Kirchenmusiker, der Küster und Messdiener dazu, sondern auch Taufbegleiter, die in Treffen mit den Eltern zuvor die Taufe vorbereitet haben, sowie Vertreter der Gemeinde, die die neuen kleinen Mitglieder begrüßen und sie und ihre Familien beglückwünschen. Die Taufbegleitung ist etwas Besonderes: die Engagierten aus der Gemeinde spüren Freude, dass sich gerade auch kirchenfernere Eltern ganz aktiv in die Vorbereitung der Feier einbringen. Sie formulieren Fürbitten und wählen Lesungstexte und einen Taufspruch für ihr Kind aus. Durch diese konkrete Mitgestaltung machen sie die Taufe zu ihrer Feier. Immer wieder begeistert, wie junge Familien die Freude am neuen Leben miteinander teilen, wie junge Eltern den Segen Gottes erbitten und Dank sagen und wie die Begleitung und Unterstützung der Kirche gesucht wird.




    "Die persönliche Begegnung mit den Eltern, mit den Kindern und auch Paten, die schon mal mit kommen, und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, warum sie ihr Kind taufen lassen wollen, ist für mich auch eine wertvolle Zeit. Es ist schön, mit den Eltern gemeinsam zu überlegen, was geschieht bei der Taufe und wie geht taufen, die Bedeutung,die Taufsymbole erklären und zu erleben wie Eltern sich bei der Gestaltung der Tauffeier einbringen, z.B. welchen Taufspruch sie für ihr Kind aussuchen, das macht mir Freude! Die Taufe ist ein Grund zur Freude und zum Feiern."
     
    Auch für die Priester sind es besondere Gottesdienste – zum Beispiel als vor einigen Jahren der FC gerade wieder abgestiegen war und die fußballbegeisterte Familie natürlich trotzdem alles in Rot-Weiß gehalten hat: Strampler, Blumenschmuck und Taufkerze (mit Hennes). Der Name damals war selbstverständlich Lukas (so wie der Stürmer des FC). Von der CD kam die Hymne: „Mer stonn zo dir [...] un mer jon met dir wenn et sin muß durch et Füer.“ Da bot sich die Predigt genau zu dieser Zusage Gottes bei der Taufe an: Ich steh zu dir, geh mit dir durch dick und dünn.

    Dienstag, 1. Mai 2018

    Erinnern oder Ausschauen


    Interessieren Sie sich für Fußball? Falls ja, haben Sie die Bundesliga sicher verfolgt, falls nein, lassen Sie sich bitte trotzdem auf die folgenden Gedanken ein. Denn im Stadion bildet sich das Leben und sogar Biblisches ab und das Stadion kommt manchmal auch in den Dom. Der Hirte unseres Bistums trägt auch schon mal rot-weiß.
    Petrus weist den Weg von den Kolonnaden am Vatikan (Daniel Tibi / Pixelio)

    Wer einer der mehr als 100.000 Fans des 1. FC Köln geworden ist, der hat gelernt zu Jubeln und unbändige Freude durch die Stadt, die Straßenbahn und sein Leben zu tragen, ließ sich von Erfolgen überraschen wie der Verein selbst. Und er trägt noch glorreichere Erinnerungen an Meisterschaften vor vielen Jahren mit sich. Er hat auch gelernt mit Misserfolgen umzugehen. Der Abstieg kann ihn nicht wirklich schrecken. Mancher sagt, dass man damit viel für das Leben lernen kann. Nicht nur bei einer religiösen Stadionführung, die wir vor einiger Zeit einmal gemacht haben, sondern in vielen Situationen.

    Natürlich hat da jede/r seine eigene Sicht. Aber für mich ist da ein Zusammenhang zu dem, was im letzten Fastenhirtenbrief „Augen auf“ stand und am Ostermontag im Gottesdienst zu hören war. Und was für mich auch eine ganz wichtige Frage für die Zukunft der Kirche auch in unserer Stadt ist. Da gehen Jünger depressiv von Jerusalem nach Emmaus, obwohl sie schon von der Auferstehung gehört haben. Sie können es aber weder glauben noch annehmen. Sie erinnern sich an die guten Zeiten, als Jesus bei ihnen war, und an alte Hoffnungen. Sie sehen nichts Positives in der Zukunft, können sich nicht Lösen von der Vergangenheit und werden damit blind dafür, Christus in ihrer Gegenwart zu sehen. „Wir hatte doch gehofft“ übersetzt die Basisbibel diesen Grundton; „Früher war alles besser“ wäre irgendwie eine Anpassung an die Alltagssprache – und gleichzeitig leider häufige Grundstimmung auch bei vielen Kirchenaktiven.

    Dabei will ich keine tiefgehenden Enttäuschungserfahrungen weg reden – manches ging und geht immer noch leider in unserer Kirche im menschlichen Miteinander schief und zu Bruch, auch strukturell gibt es berechtigte Fragen. Trotzdem: Müssen wir uns alle nicht sagen und biblisch zeigen lassen, dass der verklärte Blick zurück und die Sehnsucht in allzu sichere Geborgenheit vermeintlich seligerer Zeiten nicht in die Zukunft führt, die Gott uns verheißen hat? Ja, die Welt verändert sich. Kommunikation verändert sich. Die Postkutsche war schön und wurde vielleicht von manchem in der Kindheit noch besungen, aber Smartphones sind auch nicht nur schlecht. Manchmal wird sogar gesagt: „Alles wird immer schlimmer“. Ein schwedischer Wissenschaftler versucht dagegen zu halten und hat 32 gute Botschaften zusammengetragen und formuliert seinen Widerspruch: „DieWelt wird immer besser“.

    Das lässt sich auf die real subsistierende Kirche nicht einfach übertragen. Aber ich finde und sehe vieles, was mir Mut macht und Hoffnung und Energie, die ich investieren will. Motivierte Menschen, neugierige Frager, engagierte Helferinnen, Chancen und Gelegenheiten, Freude, auch Leid, Not, aber auch Überfluss. Und es passiert immer wieder das, was die beiden Jünger oder auch ganz ähnlich von Lukas in der Apostelgeschichte erzählt der äthiopische Beamte erlebt haben: ein Zeuge Christi tritt zu meinen Fragen hinzu, verkündet, spendet ein Sakrament – und wird weggenommen. Aber das ist nicht das Ende – die so berührten Menschen setzen voll Freude ihre Wege fort.
    Mit Christus sollen wir in unserem ganz konkreten kirchlichen Leben Totes und Lebendiges unterscheiden lernen – und uns glaubensmutig für das Leben entscheiden. Heute und jetzt. Es gibt nur eine Wirklichkeit. Das ist die, in der auch Gott lebt. Diese Wirklichkeit kennt keine Grenzen. Auch nicht Kirchen innen – Welt außen.

    Montag, 26. März 2018

    Blick in die Heilige Woche - Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt


    Es ist wieder so weit: die Fastenzeit ist beinahe zu Ende, mit wunderbarem Wetter konnten wir gestern Palmsonntag feiern - und am Donnerstag beginnt das "Triduum", die Heiligen drei Tage:

    am Gründonnerstag feiern wir das letzte Abendmahl und die Gebetsnacht (ab 19:30)
    am Karfreitag erinner wir an das Leiden und Sterben (um 15 Uhr besinnlich, aber auch für Kinder gibt es Kreuzwege am Morgen oder kreative Formen),
    in der Nacht zum Ostersonntag ab 21:30 erleben wir dann, wie das Licht der Osterkerze die ganze Kirche und die Herzen der Menschen hell macht.
    (Alle katholischen Gottesdienstzeiten und Orte in Sankt Augustin finden sie hier)

    Und heute schon die nächsten Wochenenden planen: die wärmeren Tage laden uns ein, uns mit anderen und mit dem Glauben im Gespräch auf den Weg zu machen:


    Am Sonntag, 22.04.2018, findet die Fuß- und Radwallfahrt nach Alt-Bödingen zur "Schmerzhaften Mutter Gottes" statt.

    Treffpunkt der Fußgruppe ist um 07.00 Uhr in der Kirche St. Maria Königin, Matthias-Claudius-Straße. Anschlussmöglichkeiten bestehen um 07.30 Uhr an der Kreuzung Alte Heerstraße / Am Thomaskreuzchen und um 08.00 Uhr am Wegekreuz der Burg Niederpleis.

    Die Fahrradgruppe trifft sich um 09.00 Uhr an der Marienstatue an der Kirche St. Maria Königin, Anschlussmöglichkeit um 09.15 Uhr am Wegekreuz Schulstraße / Freie Buschstraße.

    Um 12.00 Uhr findet die Pilgermesse in Bödingen statt.

    Nach der Pilgermesse besteht die Möglichkeit zu einem "Picknick". Für Getränke ist gesorgt. Speisen möge bitte ein jeder selber mitbringen.
    Alle Interessierten, insbesondere auch Familien, sind herzlich eingeladen.
    Eine vorherige Anmeldung für die Teilnahme an der Wallfahrt ist nicht erforderlich.

    Informationen bei Wolfgang Altenrath, Kontakt auf der homepage des Seelsorgebereiches

    Sonntag, 28. Januar 2018

    Seelsorgebereichs-Wallfahrt nach Alten-Bödingen - Christus in vertrauter Gemeinschaft folgen


    Es ist noch früh am Morgen. Warum tue ich mir das an?
    Ich mache mich auf den Weg. In der Kirche werde ich mit gedämpften licht und leiser Musik empfangen.
    Es ist schön, wieder dabei zu sein. Einige bekannte Gesichter.
    Die erste Meditation lässt mich schon ein wenig meinen Alltag vergessen.
    Eine gewisse Spannung erfüllt mich. Und dann geht es los.
    Der Ort ist nochvollkommen ruhig. Unterwegs stoßen weitere Pilger dazu.

    Und nach einem kurzen Weg über die Straßen wird in den Pleiser Wald abgebogen und Vogelgezwitscher empfängt uns.
    Nun beginnen die Gebete, Lieder, Impulse und Schweigen. Ich kann meinen eigenen Gedanken nachgehen. Aber auch immer wieder Phasen des Austauschs.
    Es wird gelacht. Mit jedem Schritt fühle ich mich wohler.
    Eine erste Rast mitten im Wald. Plötzlich sieht man in der Ferne das Ziel:
    Alten-Bödingen.
    Eine zweite Rast mit dampfenden Kaffe im Cafe Gilgen in Hennef. Man rastet, bis die Fahrradgruppe eintrifft. Großes Hallo!  
    Und schon geht es weiter, entlang der Sieg. Jetzt beginnt bald die letzte Etappe. Steil und stetig bergauf! Jeder Schritt lässt mich mehr bei mir sein.
    Dann, es ist geschafft. Die Höhe ist erreicht. Die Fahrradgruppe stößt wieder dazu. Die letzte Station wird gemeinsam gestaltet und dann beginnt der gemeinsame Weg  Richtung Wallfahrtskirche. Wir werden erwartet: von den Autopilgern, Messdiener und Seelsorger erwarten uns und alle zusammen ziehen in die Kirche ein und vor das Gnadenbild der "Schmerzhaften Mutter Gottes" von Bödingen.
    Immer wieder ein Ereignis von tiefer Freude und Zufriedenheit.  Ich darf mit meinen Sorgen, Nöten und Anliegen ganz nah und innig "hier" sein und mich getröstet fühlen.
    Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier  erwartet mich ein großartiges Picknick mit Leckereien und gemütlichen Beisammensein im Pfarrhof. Mit Jung und Alt.  
    Schließlich heißt es Aufbruch und Dank der vielen Autofahrer findet auch jeder Pilger eine Mitfahrgelegenheit. Die Fahrradfahrer treten den Heimweg mit dem Fahrrad an.Dafür gibt es für diese noch eine kurze Einkehr in einer Eisdiele in Hennef.
    Es war wieder schön, es hat mir gut getan. Nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei!    

    Wolfgang Altenrath

    Samstag, 27. Januar 2018

    Der GEBETOMAT in Sankt Augustin - Christus in allen Sprachen und Tönen



    Anfang 2017 kam der GEBETOMAT nach Sankt Augustin. Er sieht aus wie eine Mischung aus Passfoto-Automat und Beichtstuhl: Der 2008 entwickelte „GEBETOMAT“ des Berliner Künstlers Oliver Sturm, stellt mit seinen 0,8 Quadratmetern die vielleicht kleinste Form eines spirituellen Raums dar. 320 Gebete in 65 Sprachen aus allen Weltreligionen, kleinere Religionen und Glaubensrichtungen können abgerufen und gehört werden. Sie laden zum Nachdenken und zum Mitbeten ein, je nachdem, was Sie wollen. Alle Gebete sind echte Gebete gläubiger Menschen, gesammelt in Gottesdiensten, Andachtsräumen, Wohnungen und Orten aller Art. Er kann Berührungsängste abbauen.
     
    Dies wurde in der Gutenbergschule Sankt Augustin für die Schüler und Gäste erlebbar, als der GEBETOMAT im Januar 2017 in der Schule aufgestellt wurde. Initiiert und unterstützt vom Erzbistum Köln konnte „die Kiste“ für vier Wochen Station in Sankt Augustin machen und so vielen interessierten Menschen (Schüler verschiedener Schulen, Sankt Augustinern, Nachbarn und Gästen) näher gebracht werden.

    Die Schüler der Gutenbergschule gingen mit ihren Klassen oder einzeln in den Pausen zum GEBETOMATEN und hatten dort die Möglichkeit, sich die vielen Gebete, Gesänge oder Texte anzuhören.So wählten sie die unterschiedlichsten Soundfiles an, vom Vaterunser über gregorianische Choräle, tibetanische Mönchsgesänge, Korangebete, hebräische Kaddisch-Gebete bis hin zu Indianer-Gesängen.

    Das Kennenlernen von Gebeten anderer Religionen oder auch der eigenen sprach viele Schüler an. Sie kamen darüber miteinander ins Gespräch, muslimische mit christlichen Schülern, Schüler ohne Bekenntnis mit Schülern aus asiatischen Kulturen. Oft hörte man die Aussagen: „So betet Ihr?!“ oder „Hey, das kenne ich, das hab ich schon mal bei uns im Gottesdienst / in der Moschee gehört…“.
    Die vielen Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr interessiert an den teilweise fremdartigen Sprachen, Liedern und Tönen. Mit Offenheit und Neugierde scharten sich Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse um den GEBETOMATEN, stellten Fragen, präsentierten sich gegenseitig ihre „gefundenen“ Gebete.

    Ihre Meinungen, Ideen und Eindrücke schrieben sie dann auf Karten nieder und hefteten sie an eine Pinnwand. Dort war u.a. zu lesen:
    „Das ist cool und ruhig“, „Gott ist groß“, „eine gute Auszeit“, „Toll die vielen Sprachen“, „den kann man einfach bedienen“, etc.

    Die wertfreie Ansammlung der vielen vertretenen Glaubensrichtungen vermittelte den Besuchern tolerante und offene Haltung zum Glauben anderer.
    Ruhig werden - sich für einen Moment auf Gott besinnen - darüber mit anderen ins Gespräch kommen - religiös Neues entdecken, das sind alles Erlebnisse des Geistwirkens in Sankt Augustin. Auch wenn sich dieses Mal auf eine andere Art dem Glauben genähert wurde.

    Bastian Beck