Facebookgruppen, die einfach Nein sagen,
emails, die mit Höllenstrafen drohen,
Postings, die Angst und Hetze und Zerrbilder verbreiten ...
und das Ganze anscheind auch noch mit vorgeblich hehren Motiven zur Rettung des sogenannten christlichen Abendlandes - wissen die Betreffenden eigentlich, was christliche Werte sind?
Es ist wohl höchste Zeit für eine Stellungnahme der Kirche, auch in Katholisch Sankt Augustin.
Pfarrgemeinderat und Seelsorger schreiben:
... Wir sehen auch die großen und nicht leicht zu lösenden Aufgaben, die sich uns stellen. Die Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge der Deutschen Bischofskonferenz, die wir in der Anlage beifügen, geben für das Handeln gute Anregungen: „Gemeinsam mit Papst Franziskus setzt sich die katholische Kirche in Deutschland für eine lebendige „Kultur der Aufnahme und der Solidarität“ ein. Dabei sind wir uns bewusst, dass auch in unserer eigenen Kirche nicht alle das Engagement für Flüchtlinge und Migranten vorbehaltlos unterstützen. Gelegentlich gibt es sogar offenen Wider-spruch. Deshalb brauchen wir ein innerkirchliches Gespräch, das Ängste und Befürchtungen aufgreift und überwinden hilft.“ Zu diesem Gespräch wollen wir in unseren Gemeinden einladen.
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Samstag, 19. März 2016
Mittwoch, 26. November 2014
Wen lasse ich in meine „filter bubble“?
Wir kennen es alle aus unserem Alltag: Manches, was ich höre, kommt mir näher, manche Schilder fallen mir ins Auge, anderes nehme ich scheinbar nicht mal war und einiges versuche ich aktiv auszublenden, vielleicht wegzuschauen … ganz normale Reaktionen, und für ein gesundes Seelenleben sind sie oft wichtig. Oder einfach auch, um mit dem Fahrrad oder Auto sicher von A nach B zu kommen ohne von C abgelenkt zu werden und an D anzustoßen. Reizüberflutung und Beschleunigung sind bedenkenswerte und oft diskutierte Chiffren unsrer Zeit. Es geht um Sehen, Hören – und vielleicht sogar um Fühlen.
Wenn ich aber die Grenzen und Mauern um mich herum sehr hoch ziehe und die Fenster zum Durchschauen sehr klein, dann lebe ich zuletzt vielleicht in einer bestimmt sehr gemütlichen, aber auch sehr begrenzten Seifenblase. Dafür gibt es inzwischen im Blick auf moderne Medienkommunikation einen Fachbegriff, der durch ein Buch geprägt wurde und selbstverständlich schon lange einen Wikipedia Eintrag hat: die Filterblase oder Informationsblase (verzeihen Sie mir den englischen Ausdruck in der Überschrift). Mathematische Formeln
berechnen, was ich suche und wissen möchte und sortieren deswegen danach bereits die Informationen und Nachrichten, die mir angezeigt werden. Denn Dinge, die ich gar nicht hören möchte oder die nicht in das mir angenehme Weltbild und den Wunsch der Alltagsharmonie passen, erzeugen Widerstände in mir und lassen
die Akzeptanz des Internetdienstes sinken – möglicherweise würde ich dann bei einer Konkurrenzseite weiter suchen, und das möchte natürlich niemand. Google, Facebook & Co machen es vor, mehr Dienste als wir es vielleicht ahnen machen es nach und mit hoher Wahrscheinlichkeit hat jeder schon an solchen Effekten teilgenommen, ohne es auch nur zu ahnen.Ich will mich hier gar nicht im Spektrum der Meinungen verorten, ob
dies sogar für den notwendigen Diskurs einer Zivilgesellschaft gefährlich sei oder letztlich nur marginale Auswirkungen hat – ich versuche für mich in möglichst bewusster Nähe oder Distanz zu solchen Bewegungen
meine Kommunikation zu gestalten. Es lässt mich aber wieder aufmerksam werden, dass das ja eigentlich
auch wieder nichts Neues unter der Sonne ist – siehe der Einstieg oben.
Es ist aber auch ein wichtiges Stichwort für mich im Blick auf die zur Zeit immer mehr Aufmerksamkeit und Fahrt bekommende Begrüßung und Beheimatung von Menschen, die auf der Flucht vor Vertreibung, Verfolgung und Not oft traumatisiert zu uns kommen und als Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht werden. In diesem Jahr sind schon 133 neue Gäste zu uns nach Sankt Augustin gekommen, in der Presse wird über neue und vorläufige Unterkünfte berichtet – und auch die Kosten werden diskutiert, denn wer blickt schon bei dem System von Zuweisung und Zuwendung durch?
Wer in diesen Tagen unseren neuen Bischof beobachtet, könnte den Eindruck bekommen, dass er in jede „filter bubble“, in die er zu Besuch kommt, ein neues Thema mit hineinbringt – und mitunter dabei die Menschen mächtig irritiert. Ob gelegen oder ungelegen, weist er nämlich auf das Schicksal von Flüchtlingen hin oder auf die Obdachlosen, die manchmal sogar vor der Tür von hochmodernisierten Pfarrzentren liegen (so nachzulesen im Bericht über eine hochkarätige Veranstaltung im sehr katholischen Neuss.) Auch in unsere oder unsere vielen Filterblasen in Sankt Augustin möchte ich seine Botschaft gesagt wissen:
„Gemeinsam können wir alle zu einer Willkommenskultur für Flüchtlinge im Erzbistum Köln beitragen.“
Wenn ich aber die Grenzen und Mauern um mich herum sehr hoch ziehe und die Fenster zum Durchschauen sehr klein, dann lebe ich zuletzt vielleicht in einer bestimmt sehr gemütlichen, aber auch sehr begrenzten Seifenblase. Dafür gibt es inzwischen im Blick auf moderne Medienkommunikation einen Fachbegriff, der durch ein Buch geprägt wurde und selbstverständlich schon lange einen Wikipedia Eintrag hat: die Filterblase oder Informationsblase (verzeihen Sie mir den englischen Ausdruck in der Überschrift). Mathematische Formeln
berechnen, was ich suche und wissen möchte und sortieren deswegen danach bereits die Informationen und Nachrichten, die mir angezeigt werden. Denn Dinge, die ich gar nicht hören möchte oder die nicht in das mir angenehme Weltbild und den Wunsch der Alltagsharmonie passen, erzeugen Widerstände in mir und lassen
die Akzeptanz des Internetdienstes sinken – möglicherweise würde ich dann bei einer Konkurrenzseite weiter suchen, und das möchte natürlich niemand. Google, Facebook & Co machen es vor, mehr Dienste als wir es vielleicht ahnen machen es nach und mit hoher Wahrscheinlichkeit hat jeder schon an solchen Effekten teilgenommen, ohne es auch nur zu ahnen.Ich will mich hier gar nicht im Spektrum der Meinungen verorten, ob
dies sogar für den notwendigen Diskurs einer Zivilgesellschaft gefährlich sei oder letztlich nur marginale Auswirkungen hat – ich versuche für mich in möglichst bewusster Nähe oder Distanz zu solchen Bewegungen
meine Kommunikation zu gestalten. Es lässt mich aber wieder aufmerksam werden, dass das ja eigentlich
auch wieder nichts Neues unter der Sonne ist – siehe der Einstieg oben.
Es ist aber auch ein wichtiges Stichwort für mich im Blick auf die zur Zeit immer mehr Aufmerksamkeit und Fahrt bekommende Begrüßung und Beheimatung von Menschen, die auf der Flucht vor Vertreibung, Verfolgung und Not oft traumatisiert zu uns kommen und als Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht werden. In diesem Jahr sind schon 133 neue Gäste zu uns nach Sankt Augustin gekommen, in der Presse wird über neue und vorläufige Unterkünfte berichtet – und auch die Kosten werden diskutiert, denn wer blickt schon bei dem System von Zuweisung und Zuwendung durch?
Wer in diesen Tagen unseren neuen Bischof beobachtet, könnte den Eindruck bekommen, dass er in jede „filter bubble“, in die er zu Besuch kommt, ein neues Thema mit hineinbringt – und mitunter dabei die Menschen mächtig irritiert. Ob gelegen oder ungelegen, weist er nämlich auf das Schicksal von Flüchtlingen hin oder auf die Obdachlosen, die manchmal sogar vor der Tür von hochmodernisierten Pfarrzentren liegen (so nachzulesen im Bericht über eine hochkarätige Veranstaltung im sehr katholischen Neuss.) Auch in unsere oder unsere vielen Filterblasen in Sankt Augustin möchte ich seine Botschaft gesagt wissen:
„Gemeinsam können wir alle zu einer Willkommenskultur für Flüchtlinge im Erzbistum Köln beitragen.“
Marcus Tannebaum
![]() |
| Ankunft des Herrn, Beate Heinen, 1992; © ars liturgica Buch- &Kunstverlag MARIA LAACH, Nr. 5485 |
Die Kultur des Wohlergehens [...] lässt uns in Seifenblasen leben...
(Papst Franziskus, Predigt auf Lampedusa 2013)
(Papst Franziskus, Predigt auf Lampedusa 2013)
Sonntag, 14. September 2014
"MEDIENsonntag" - Gemeinschaften und Begegnungen
Heute wird in den Kirchen mit der Botschaft des Papstes auch der Bedeutung der Medien für unsere Gemeinschaften gedacht - und wie ist das für Euch und für Sie?
Leben unsere Beziehungen und unsere Gruppen mehr auf durch die Möglichkeiten, die die Technik uns bietet?
Was gibt es alles, wer ist hier alles unterwegs?
Alle sind eingeladen, hiervon zu berichten und zu teilen - einfach einen Kommentar und einen Hinweis hierhin in diesen doch wohl recht internen blog - erzählt von facebook-fanpages, twittern von freizeiten, Gruppenkommunikation online in Minuten, Werbungen, Begegnungen, Erzählungen, Bilder ...
Ich freu mich drauf!
(ein paar Beispiele schon mal als Bildauszüge ...)
Leben unsere Beziehungen und unsere Gruppen mehr auf durch die Möglichkeiten, die die Technik uns bietet?
Was gibt es alles, wer ist hier alles unterwegs?
Alle sind eingeladen, hiervon zu berichten und zu teilen - einfach einen Kommentar und einen Hinweis hierhin in diesen doch wohl recht internen blog - erzählt von facebook-fanpages, twittern von freizeiten, Gruppenkommunikation online in Minuten, Werbungen, Begegnungen, Erzählungen, Bilder ...
Ich freu mich drauf!
(ein paar Beispiele schon mal als Bildauszüge ...)
Donnerstag, 22. Mai 2014
Kirche überraschend?
Sind Sie eher jemand, der sich fragt, was Kirche und die Frohe Botschaft heute denn noch Ihnen und der Gesellschaft wertvolles oder überhaupt hörenswertes zu sagen haben? Geschweige denn das auch noch in modernen sozialen Medien zu tun?
Oder sind
Sie eine (oder einer) die der Meinung ist, dass in der Gesellschaft vieles
schief läuft und auch in sozialen Medien mehr
Bedenken als Lebensfreude zu tragen sind, dass Kirche (und die Frohe
Botschaft) da nur ganz fromm und
wortgetreu auftauchen sollten und sich bloß nicht auf jeden Trend einlassen sollte? Also nicht einfach so
den Menschen begegnen sollte, wo sie gerade sind?
Vielleicht
sind Sie aber auch ganz zwischen
diesen beiden zugespitzten Positionen oder haben eine ganz eigene? Das wäre dann
die Gelegenheit, das doch in einem Kommentar
zu diesem blog zu beschreiben!
Allen
Meinungen zu diesem Thema möchte ich ein paar Stichworte zufügen, die ich
angeregt aus eigenen Beobachtungen und Gedanken im „viralen“ und weniger
viralen Netzbetrieb und vor allem aus der Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel gefunden habe …
Warum wollen
über 47 Millionen Menschen sehen, wie eine Ordensschwester in einer Casting-Show
singt? (inzwischen hat sie den Wettbewerb gewonnen)
Wie begeistert ein Pfarrer nicht nur Hochzeitsgesellschaften, sondern
auch über 28 Millionen Internetnutzer, die das Video anklicken, mit einem
Halleluja? (das notabene ein Kind für ihn umgeschrieben hat; im deutschen Fernsehen ist er nun auch schon aufgetreten)
Was bedeutet das
im Verhältnis zu etwas über 800 „Klicks“ für eine inspirierende Predigt?
Es ist wohl nicht zu unterschätzen wie gut es ist, wenn Kirche auch mal überraschend „rüber kommt“. Und wenn dabei noch der Inhalt und die Botschaft stimmen. Natürlich darf man fragen, ob da nur noch die Hülle im ungewohnten Ambiente der Reiz ist, aber es wird dem vielschichtigen Phänomen nicht gerecht, es nur auf eine Seite zu reduzieren. Und es stecken bestimmt auch ganz konkrete menschliche Begegnungen dahinter (im Sprech von social-media-Junkies „Kohlenstoffwelt“ ;-) ), über die zu urteilen ich mich hüten würde. Wenn anschließend Paare zu den Seelsorgern kommen und kirchlich heiraten wollen, „wenn Du das auch so für uns singst“, dann ist das nicht nur oberflächlich, sondern vielleicht der Einstieg in ein gutes Gespräch.
Es ist wohl nicht zu unterschätzen wie gut es ist, wenn Kirche auch mal überraschend „rüber kommt“. Und wenn dabei noch der Inhalt und die Botschaft stimmen. Natürlich darf man fragen, ob da nur noch die Hülle im ungewohnten Ambiente der Reiz ist, aber es wird dem vielschichtigen Phänomen nicht gerecht, es nur auf eine Seite zu reduzieren. Und es stecken bestimmt auch ganz konkrete menschliche Begegnungen dahinter (im Sprech von social-media-Junkies „Kohlenstoffwelt“ ;-) ), über die zu urteilen ich mich hüten würde. Wenn anschließend Paare zu den Seelsorgern kommen und kirchlich heiraten wollen, „wenn Du das auch so für uns singst“, dann ist das nicht nur oberflächlich, sondern vielleicht der Einstieg in ein gutes Gespräch.
Vieles im
Inter-netz lädt ein und macht Freude,
genauer hinzuschauen, mitzudenken, mitzuteilen und mitzumachen. Die Seite
„gottinkoeln.de“ z.B. lädt immer wieder zu einem kontemplativen Blick auf
alltägliches und ungewöhnliches ein.
(Kontemplativ bedeutet hier, nach Gott hinter den Dingen zu schauen oder vice-versa mit den Augen Gottes auf die Welt).
Denn „unter dem Radarschirm unserer Wahrnehmung baut Gott an seinem Volk“, gestalten Menschen Wirklichkeiten, die vielleicht manchmal mehr im ursprünglichen Sinn Kirche sein können, als es die klassische und nur in den uns jahrzehntelang vertrauten Formen verharrende (Pfarr-)Kirche ist. „Gott will unter den Menschen entdeckt werden“ und im wirklich miteinander geteilten Leben (im Ganzen, nicht nur in heißen Zeiten von Katechesen (Erstkommunionzeit …) und Krisen (Trauergespräche …).
(Kontemplativ bedeutet hier, nach Gott hinter den Dingen zu schauen oder vice-versa mit den Augen Gottes auf die Welt).
Denn „unter dem Radarschirm unserer Wahrnehmung baut Gott an seinem Volk“, gestalten Menschen Wirklichkeiten, die vielleicht manchmal mehr im ursprünglichen Sinn Kirche sein können, als es die klassische und nur in den uns jahrzehntelang vertrauten Formen verharrende (Pfarr-)Kirche ist. „Gott will unter den Menschen entdeckt werden“ und im wirklich miteinander geteilten Leben (im Ganzen, nicht nur in heißen Zeiten von Katechesen (Erstkommunionzeit …) und Krisen (Trauergespräche …).
Dazu kann
die Einlassung auf heutige Medien, in denen sich Millionen Menschen und auch
zehntausende in unserer Stadt bewegen hilfreich sein, das ist der Weg, zu dem
uns auch Papst Franziskus anregen will. Uns
alle!
(Sie, die das gerade hier lesen; alle Christen und überhaupt alle Menschen mit gutem Willen und guten Gedanken, die für andere und für Gott in unserer Welt sind)
Denn gerade in interaktiven Medien kommt es letztlich nicht nur auf einzelne
Profis oder Stars an, sondern auf die „nicht-schweigende, sondern (mit)teilende
Menge“ – auch an Christen, an von Jesus und seiner Botschaft Begeisterten. Die
aufmerksam schauen und begleiten und teilen und damit die Welt mitgestalten.
Eben auch die sogenannten virtuellen Welten (wobei Facebook
heute schon mehr „Einwohner“ hat als jeder Kontinent unserer Erde). Denn unsere Art miteinander zu reden und
Begegnungen zu gestalten kann andere bereichern. „Unsere Kommunikation sei
duftendes Öl für den Schmerz und guter Wein für die Freude. Unser Leuchten soll
nicht von Tricks und Spezialeffekten ausgehen, sondern davon, dass wir mit
Liebe und Zärtlichkeit dem zum Nächsten werden, den wir verwundet auf unserem
Weg treffen. Habt keine Angst, Bürger der digitalen Umwelt zu werden.“
(Sie, die das gerade hier lesen; alle Christen und überhaupt alle Menschen mit gutem Willen und guten Gedanken, die für andere und für Gott in unserer Welt sind)
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| Satellitenschüssel-Selfie |
Nochmal nach innen an uns Kirche hin ist es fast überflüssig die Worte vom vorletzten Bischof von Köln zu zitieren: Wir müssen weg von einer Komm-her-Kirche hin zu einer Geh-mit-Kirche, also einer Kirche die sich auf den Weg zu den Menschen macht, wo sie eben sind (nach Kardinal Höffner).
(Es ist für mich überraschend passend und mehr als Fügung, dass ich diese Worte schon lange mit mir trage und nun während ökumenischen Bibeltagen von Vorschulkindern schreibe, die sich in der ihnen gemäßen Form auch mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter beschäftigen – nun gehen wir zum Abschluss dessen in die Kirche)
Ich freue
mich auf Begegnungen und miteinander in virtuellen und in kohlenstofflichen
Welten – gestalten wir gemeinsam die Bürgerschaft der digitalen Umwelt!
P.S.: Dieser Post ist auch als Anker gedacht für Kommentare oder Reaktionen (auch im Rahmen der Verlosung, Seite 18 im neuen fünfachtel Ausgabe 2/2014) auf die Renzension zu "Wenn nicht hier, wo sons? Kirche gründlich anders" - bitte also einfach hier "kommentieren"!
P.P.S.: Auch auf zwei weitere lesenswerte Bücher sei hingewiesen, die wie auch das rezensierte vom selben Autorenteam stammen: "Bible reloaded" und "Himmel reloaded" - alle drei stehen in den fünf KÖBs in Sankt Augustin zur Ausleihe bereit!
P.S.: Dieser Post ist auch als Anker gedacht für Kommentare oder Reaktionen (auch im Rahmen der Verlosung, Seite 18 im neuen fünfachtel Ausgabe 2/2014) auf die Renzension zu "Wenn nicht hier, wo sons? Kirche gründlich anders" - bitte also einfach hier "kommentieren"!
P.P.S.: Auch auf zwei weitere lesenswerte Bücher sei hingewiesen, die wie auch das rezensierte vom selben Autorenteam stammen: "Bible reloaded" und "Himmel reloaded" - alle drei stehen in den fünf KÖBs in Sankt Augustin zur Ausleihe bereit!
Samstag, 19. April 2014
Frohe Ostern!
Jesus Christus ist auferstanden, es gibt Hoffnung für Dich!
Diese Botschaft ist kurz und einfach und schnell gesagt,
aber sie ist aus tiefem Herzen und mit weitem Glauben gemeint und soll zu allen
Menschen getragen werden. Das geht nur, wenn sie von vielen Menschen
weitergetragen wird. Werden wir zu
Werkzeugen der Barmherzigkeit Gottes? Wollen
wir wie „Kanäle“ sein, durch welche Gott die Erde bewässern, die ganze
Schöpfung behüten und Gerechtigkeit und Frieden erblühen lassen kann? So hat es
der Papst in einer Botschaft in ein Bild gebracht.
Ostern könnte hierfür ein neuer Anfang sein – nach der Zeit der Ruhe bricht das Leben wie ein Feuerwerk der Natur wieder auf, unbändige Kraft. Immer siegt die Barmherzigkeit Gottes. Die Liebe Gottes kann verwandeln. Vielleicht sehe ich es noch nicht, aber von unten entspringt neues Leben – unbändig und vielfältig. Immer wieder neue Hoffnung und der Glaube an das Gute. Auch an ein Gutes Ende – geborgen in Gottes Hand und erfüllt von Dankbarkeit und Sinn. Habt keine Angst vor dem Neuen, denn Gott kann jede Situation ändern – ruft Franziskus uns entgegen – und das gilt für die großen, gesellschaftlichen oder auch kircheninternen Fragen wie auch für mein persönliches, privates Leben, für den Marktplatz und für mein Wohnzimmer.
Vielleicht haben Sie sich in der Fastenzeit von Misereor begleiten und beeindrucken lassen – auch nach Ostern bleiben die Fragen wichtig, was unser gutes Leben für Menschen in anderen Ländern wie z.B. Uganda bedeutet, wenn Investoren Land kaufen, damit Kaffee, Blumen und Zuckerrohr günstig bleiben – es bedeutet aber Landraub für unseren Konsum zum besten Preis.
Auferstandener Jesus, wandle den Tod in Leben, Hass in Liebe,
Rache in Vergebung, Krieg in Frieden, Ausbeutung in Gerechtigkeit, Überfluss
für wenige in Lebensgrundlage für viele – ja für alle.
Er ist auferstanden für Dich und für mich, gestern, heute
und morgen.
Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an
Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an
Sonntag, 9. März 2014
Normal, üblich, gewollt, angemessen ... (?)
„Das geht hier nicht, das macht man nicht, das
will doch hier keiner, …“
Worte, die man zunächst nicht unbedingt mit
Christsein und kirchlicher Gemeinschaft in Verbindung bringt. Doch nach einem
interessanten Gespräch mit einer nordkoreanischen Ordensschwester und einem
persönlichen Erlebnis nach einem sonntäglichen Gottesdienstbesuch wurde ich vermeintlich
eines besseren belehrt und musste erkennen, dass solche Worte leider doch und
anscheinend viel häufiger als man denkt ihren Platz unter uns Christinnen und
Christen haben.
„Die Kirche in Deutschland, viele Gemeinden und deren
Mitglieder gehen einen falschen Weg…“ Das waren die Worte der Ordensschwester,
die mich nachdenklich stimmten. Sie sprach von Kleinkariertheit und Verschlossenheit
vieler in der Kirche engagierter Christinnen und Christen. Immer wieder haben
Menschen auf Grund ihrer sozialen Herkunft, ihres Charakters oder ihrer Bildung
Schwierigkeiten, in der Kirche und ganz konkret in ihrer Heimatgemeinde ihren
Platz zu finden und Fuß zu fassen:
Kleidet oder verhält man sich nicht wie
„normal üblich, gewollt, angemessen und der Norm entsprechend“, so fängt das
Gerede und der Spott an. Es werden folglich unnötige Kommentare gegenüber
Mitchristen geäußert, die sich nicht an die üblichen Konventionen und
Verhaltensideale halten und dabei wird gleichzeitig versucht, sich selbst als
die Norm und den idealen Kirchgänger darzustellen. Doch ist dieser angeblich
„ideale Kirchgänger“ dann am Ende auch der „ideale Christ“?
Meiner Meinung nach
gibt es keinen idealen Christen und keine ideale Christin. Wir sind alle
Menschen mit Fehlern und Schwächen. Doch bin ich der Meinung, dass wir als
Christinnen und Christen wieder stärker wahrnehmen sollten, wie Christus uns im
Nächsten,, im Geringsten unserer Brüder und Schwestern begegnet. Er begutachtet
uns nicht nach unserem Aussehen, unserer Kleidung oder unserem
(Fehl-)verhalten, sondern er freut sich über einen jeden von uns und nimmt uns
so an, wie wir sind. In der Nachfolge Christi sollten wir uns demzufolge
unserem Gegenüber, der auf unsere Zuwendung angewiesen ist und der seinen Platz
bei uns in der Gemeinde, und damit in der Kirche, sucht, mit Offenheit statt
mit Abwehrreflex begegnen. Wir sollten uns die Worte von Papst Franziskus, dass
die Kirche aufgrund „ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an
die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist“ (Evangelii Gaudium) zu
Herzen nehmen.
Wir alle sind „Kirche“, denn wir alle sind von Gott
zusammengerufen und vereint, um die Versammlung derer zu bilden, die durch den
Glauben und die Taufe Kinder Gottes, Glieder Christi und Tempel des Heiligen
Geistes werden. Und jeder einzelne von uns kann somit –ja hat sogar den
Auftrag- den ersten Schritt hin zu einer offeneren Kirche wagen, in dem wir die
frohe Botschaft Christi nicht nur verkünden sondern auch selber praktizieren!
Christina Metten,
Katechetin und angehende Grundschullehrerin
Montag, 27. Januar 2014
Ehre, wem Ehre gebührt - Ein Gastbeitrag von Kordula Montkowski
Vor kurzem begegneten mir in
den Nachrichten zwei Meldungen aus dem Vatikan, die auf den ersten Blick
vielleicht widersprüchlich erschienen. Zunächst berichteten die Medien von
einer tiefgreifenden Veränderung in der Vergabepraxis päpstlicher Ehrentitel,
nach der nur einer von drei Titeln übrig blieb, gut passend zum Bild des
bescheidenen Papstes Franziskus. Dann folgte aber wenige Tage später die
Ankündigung der Verleihung des Kardinalspurpurs an 19 Bischöfe und zwar nicht
nur als Berufung in das Gremium, das den Papst wählt, sondern eben auch als
Auszeichnung verdienter Bischöfe – eben dann doch als eine Art „Ehrentitel“.
Beide Nachrichten riefen die übliche Mischung von Reaktionen zwischen Spott,
Neid und Unverständnis hervor, die Meldungen aus dem Vatikan schon mal gerne
mit sich ziehen. Mich ließen sie aber darüber nachdenken, welche Titel mir in
meinem Leben wichtig sind.
Berufsbezeichnungen, Abschlüsse,
Ehrenämter, „Freundin von“ – Titel und Bezeichnungen, die für Lebensabschnitte
stehen, die Erreichtes kennzeichnen, für die ich zum Teil ja auch einiges getan
habe. Aber doch gibt es einen „Ehrentitel“, der mir wichtiger ist als alle
anderen, einen, den ich unverdient und ohne mein Zutun tragen darf und den ich
dann auch noch mit allen Menschen auf dieser Welt teilen darf oder muss:
„Gottes Kind“. Kein Titel, den man sich unbedingt auf die Visitenkarte drucken
lassen würde, sondern ein Titel, der zugleich Zusage und Aufforderung ist und
dem es sich Tag für Tag würdig zu erweisen gilt. Vielleicht könnte es noch ein
später Vorsatz für dieses Jahr werden, dass ich so leben möchte, dass meine
Mitmenschen mir anmerken, dass ich diesen schönen Titel trage. Einen Versuch
ist es wert!
Kordula
Montkowski, Pastoralreferentin in Mettmann
Sonntag, 12. Januar 2014
Was habe ich mit 185 Seiten zu tun?
Ende November kamen in dichter Folge gleich zwei umfangreiche Papiere in die Öffentlichkeit. Beide sind sie 185 Seiten lang: Das Koalitionspapier von CDU/CSU und SPD, welches die Politik in unserem Land für die nächsten Jahre vorgibt, und das Evangelii Gaudium, welches eine Revolution der Kirche anregen will. Das eine wird von Parteitagen und einer Mitgliederbefragung in Kraft gesetzt. Das andere bittet darum gelesen und überlegt zu werden, auch wenn sein Autor, Papst Franziskus selbst, sich bewusst ist, dass seine Texte in der heutigen Zeit nicht auf großes Interesse in der breiten Öffentlichkeit stoßen. Aber er wird durchaus als Regierungserklärung interpretiert. Eine Art Mitgliederbefragung gab es übrigens auch, kurz zuvor. Haben Sie da auch mitgemacht?
Es gab schnell unzählige Zusammenfassungen und Lesehilfen zum apostolischen Rundschreiben und bei genauem Hinschauen ist es wie in fast jeder Kommunikation: Sie beinhalten Selbstaussagen der jeweiligen Autoren und eine Meinung in der Auswahl der Schwerpunkte. Richtig zufrieden war ich mit keiner der angebotenen, dagegen manchmal irritiert oder nachdenklich, sogar ärgerlich.
(ANKOMMEN?)
Bemerkenswert für mich ist die besinnliche Sichtweise, dass Gottes Gegenwart in der Stadt nicht hergestellt, sondern entdeckt werden muss, dass der religiöse Aspekt sich in verschiedenen Lebensstilen vermittelt. Trotzdem wird die bleibende Bedeutung der Pfarrei nicht verneint, WEIL sie formbar ist. Das sind kräftige Gedankenanstöße gegen manche Tendenzen zur religiösen Monokultur und zum Gebot, dass immer alles ganz genau so gemacht werden muss wie immer. Dieses pseudopastorale Argument wird entlarvt. Alles dreht sich um die Sendung und den missionarischen Auftrag Jesu: Bringt allen Menschen die frohe Botschaft! Besonders denen, die am Rand stehen. Auch wenn eure liebgewonnene Kirche dabei vielleicht etwas verbeult wird. Ich glaube, dass manche Kirchenbilder und Kirchenalltage auch bei uns die eine oder andere Beule brauchen, um wirklich für die vielen Menschen erreichbar, sichtbar oder sogar berührbar zu werden.
Ich fühle mich durch die Worte vom argentinischen Papst aus Rom ermahnt, ermutigt und angeregt zu missionarischer Kreativität und möchte „großherzig und mutig die Anregungen“ aufgreifen, „ohne Beschränkungen und Ängste“. Wer macht mit?
Ob Anonym oder nicht: schreiben Sie mir Ihre Meinung, ergänzen Sie die Gedanken, diskutieren Sie Ideen mit, gestalten Sie konkrete Handlungsvorschläge. Lassen Sie sich mitnehmen in die Dynamik der „Mission“ – und werden Sie selbst immer mehr, was Sie sind – Gesendet! In Freude! Des Evangeliums! (= Evangelii Gaudium)....
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