Samstag, 13. Dezember 2014

seht die zweite Kerze ...


Foto: Benedikt Bungarten
Ein Text, der in unserer Frühschicht (Morgengebet bei Kerzenschein in der Kirche, Freitags 6:00) zum zweiten Advent vorgetragen wurde:


Gott mag die schmalen Wege,
die staubigen, auf denen man sich dreckig macht.
Wege auf denen man Begegnungen nur schwer ausweichen kann,
wo Zeit ist für einen Gruß, für ein paar nette Wort.
Ihm den Weg bereiten:
Für mich heißt das nicht, Wege breit zu machen, zu teeren und mit Schildern zuzupflastern.

Für mich heißt es:
Stelle dich an den Anfang seines Weges. Mache die ersten zaghaften Schritte.
Geh solidarisch mit den Menschen – gerade auch mit den „Kleinen“ (und „Fremden“) in unserer Welt, teile, was Du hast und lass Dich beschenken. 

Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!
Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! 

Veränderungen sind etwas, das uns Menschen schwerfällt.
Wir leben gerne in der Gewohnheit, bauen auf Traditionen und fühlen uns sicher, wenn wir wissen wo es lang geht.
Ist das nicht eine zu starke Änderung, die uns zu sehr herausfordert? 
(Auswahl nach C.M., J.D., H.G.)


Nachschlag:
Was alles so los ist in Sankt Augustin: Jedes Wochenende mehrere Advents- und Nikolaus- und sonstige Märkte. Pleeser Advent, Birlinghoven, Adventsmarkt in Buisdorf, Hangelar, Menden, Ort ... Nicht jeder hatte perfektes Wetter, aber bisher war es meist recht gut. Ich glaube allerdings nicht, das gutes Wetter zum Glühweinverkauf wirklich Gottes Baustelle ist oder Apostel mit Wetterfunktionen zu einem Stadtteil gehören, wie es leider immer wieder mal in der lokalen Presse berichtet wird. Ja, manche mögen das gerne als folkloristische Selbstbestätigung und Beweihräucherung haben, aber der Sache an sich, die die Worte berühren - das Gott in unserem Leben eine Rolle spielen kann und das dieser Glaube lebendig gelebt wird - wird damit geschadet und ein hilfreiches Gottesbild wird damit verdunkelt. Manche hängen sich auch an Worten und Namen auf, aber auch das Verbieten und Verneinen hilft nur bedingt bei der Verbreitung der frohen Botschaft.
Und über manches am Besten einfach mal nur Freuen und Danke sagen ...


Montag, 8. Dezember 2014

seht die erste Kerze ...


Foto: Benedikt Bungarten


Ein Text, der in unserer Frühschicht (Morgengebet bei Kerzenschein in der Kirche, Freitags 6:00) zum ersten Advent vorgetragen wurde:


Angekommen bei uns sind aber schon seit Monaten und Jahren viele, viele andere Menschen.
Auch sie sind oftmals im Stall geboren und haben in der Krippe gelegen.
Geflüchtet vor Verfolgung , Elend, Krieg und Armut sind sie mit unerschöpflicher Hoffnung in unser Land, in unsere Stadt, in unsere Gemeinde gekommen, um hier ein neues Leben und Zukunft zu finden.

Da sitzen sie nun in unseren Flüchtlingsunterkünften. Junge Familien aus Georgien, alte Frauen aus Armenien und junge Männer (fast noch Kinder) aus Afrika, Pakistan oder Bangladesch. Die Allerjüngsten noch im Mutterleib und die Ältesten haben die 90 schon überschritten.
Alle haben glänzende Augen, wenn sie Zuwendung und Hilfe erfahren und spüren willkommen zu sein.
Dann ist Weihnachten das ganze Jahr – 365 Tage.

Gespräche mit Händen und Füßen, Wortbrocken in verschiedenen Sprachen, man hilft sich irgendwie.
Gespräche ganz ohne Worte können viel bewegen. Kleine Gesten und Hände, die Hände halten.
Nicht neugierig fragen nach dem Erlebten, sondern spüren, dass es oft zu schlimm war,
um es schon jetzt zu berichten.
Perfekt und pflegeleicht sind sie nicht immer. Oft traumatisiert, betäubt durch Alkohol oder Drogen.
Durchaus aggressiv aus Überforderung oder durch die Enge und die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten.
Und dennoch ist den meisten der Glaube nicht verloren gegangen.
Der Glaube an ihren/unseren Gott.

Man muss es spüren und erfahren, dass das, was man im Kleinen gibt – überreich und mehrfach zurückfließt.
Dann, ja dann ist Weihnachten. Dann ist Wärme und Nähe. Dann heißt man „willkommen“.

Dann gibt man Hoffnung auf Frieden und Zukunft, all denen, die uns brauchen.

(Auswahl A.S. aus einem Artikel von G.R. )

Mittwoch, 26. November 2014

Wen lasse ich in meine „filter bubble“?

Wir kennen es alle aus unserem Alltag: Manches, was ich höre, kommt mir näher, manche Schilder fallen mir ins Auge, anderes nehme ich scheinbar nicht mal war und einiges versuche ich aktiv auszublenden, vielleicht wegzuschauen … ganz normale Reaktionen, und für ein gesundes Seelenleben sind sie oft wichtig. Oder einfach auch, um mit dem Fahrrad oder Auto sicher von A nach B zu kommen ohne von C abgelenkt zu werden und an D anzustoßen. Reizüberflutung und Beschleunigung sind bedenkenswerte und oft diskutierte Chiffren unsrer Zeit. Es geht um Sehen, Hören – und vielleicht sogar um Fühlen.
Wenn ich aber die Grenzen und Mauern um mich herum sehr hoch ziehe und die Fenster zum Durchschauen sehr klein, dann lebe ich zuletzt vielleicht in einer bestimmt sehr gemütlichen, aber auch sehr begrenzten Seifenblase. Dafür gibt es inzwischen im Blick auf moderne Medienkommunikation einen Fachbegriff, der durch ein Buch geprägt wurde und selbstverständlich schon lange einen Wikipedia Eintrag hat: die Filterblase oder Informationsblase (verzeihen Sie mir den englischen Ausdruck in der Überschrift). Mathematische Formeln
berechnen, was ich suche und wissen möchte und sortieren deswegen danach bereits die Informationen und Nachrichten, die mir angezeigt werden. Denn Dinge, die ich gar nicht hören möchte oder die nicht in das mir angenehme Weltbild und den Wunsch der Alltagsharmonie passen, erzeugen Widerstände in mir und lassen
die Akzeptanz des Internetdienstes sinken – möglicherweise würde ich dann bei einer Konkurrenzseite weiter suchen, und das möchte natürlich niemand. Google, Facebook & Co machen es vor, mehr Dienste als wir es vielleicht ahnen machen es nach und mit hoher Wahrscheinlichkeit hat jeder schon an solchen Effekten teilgenommen, ohne es auch nur zu ahnen.Ich will mich hier gar nicht im Spektrum der Meinungen verorten, ob
dies sogar für den notwendigen Diskurs einer Zivilgesellschaft gefährlich sei oder letztlich nur marginale Auswirkungen hat – ich versuche für mich in möglichst bewusster Nähe oder Distanz zu solchen Bewegungen
meine Kommunikation zu gestalten. Es lässt mich aber wieder aufmerksam werden, dass das ja eigentlich
auch wieder nichts Neues unter der Sonne ist – siehe der Einstieg oben.

Es ist aber auch ein wichtiges Stichwort für mich im Blick auf die zur Zeit immer mehr Aufmerksamkeit und Fahrt bekommende Begrüßung und Beheimatung von Menschen, die auf der Flucht vor Vertreibung, Verfolgung und Not oft traumatisiert zu uns kommen und als Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht werden. In diesem Jahr sind schon 133 neue Gäste zu uns nach Sankt Augustin gekommen, in der Presse wird über neue und vorläufige Unterkünfte berichtet – und auch die Kosten werden diskutiert, denn wer blickt schon bei dem System von Zuweisung und Zuwendung durch?

Wer in diesen Tagen unseren neuen Bischof beobachtet, könnte den Eindruck bekommen, dass er in jede „filter bubble“, in die er zu Besuch kommt, ein neues Thema mit hineinbringt – und mitunter dabei die Menschen mächtig irritiert. Ob gelegen oder ungelegen, weist er nämlich auf das Schicksal von Flüchtlingen hin oder auf die Obdachlosen, die manchmal sogar vor der Tür von hochmodernisierten Pfarrzentren liegen (so nachzulesen im Bericht über eine hochkarätige Veranstaltung im sehr katholischen Neuss.) Auch in unsere oder unsere vielen Filterblasen in Sankt Augustin möchte ich seine Botschaft gesagt wissen:
„Gemeinsam können wir alle zu einer Willkommenskultur für Flüchtlinge im Erzbistum Köln beitragen.“

Marcus Tannebaum 

Ankunft des Herrn, Beate Heinen, 1992;
© ars liturgica Buch- &Kunstverlag MARIA LAACH, Nr. 5485
 Die Kultur des Wohlergehens [...] lässt uns in Seifenblasen leben...
(Papst Franziskus, Predigt auf Lampedusa 2013)

Freitag, 14. November 2014

Freiheit ins Herz heute

(auf der Suche nach Orientierung und Halt in den Fragen unserer Zeit habe ich gestern wieder einmal die Bibel durchgeschaut und verschiedenen deutschen Übersetzungen nach "Flüchtlingen" gesucht (oder "Fremden" oder "Fremdlingen", wie es Martin Luther verwendete ...) - dabei bin ich auf den Psalm 146 gestoßen oder auch wieder einmal zurückgekommen; diesen habe ich dann in einer Verheutigung von Peter Spangenberg gelesen und übertrage und ergänze diesen frei wie folgt)

Lobe Gott, meine Seele!

Es ist wunderbar.
Es ist wunderbar, sich mit ganzem Herzen über Gott zu freuen. Das will ich tun meinen Alltag entlang.
Von weltlichen Mächten werden wir immer wieder enttäuscht. Aufs Neue Tag für Tag.
Wunderbar, wenn wir unseren Anker bei Gott setzen und ihm einen Platz geben in unserem Tag.
So haben es Menschen vor uns getan, von Urväter und Urmütterzeiten an.
Meine Hoffnung soll Gott gehören, der alles geschaffen hat, was uns trägt und umgibt.
Himmel und Erde und Welt und Planeten und Kometen und unser Land.

Er ist bei denen die unter der Folter leiden - und wir sollen uns dagegen auflehnen überall.
Er stärkt die Hoffnung derer, die hungern - und wir sollen unser Essen mit ihnen teilen.
Er gibt den Gefangenen die Freiheit ins Herz - und wir sollen sie besuchen und für die Freiheit aller kämpfen.
Er lässt die Blinden erkennen, was wirklich zum Leben gehört - und wir sollen ihnen die Hand reichen und für sie Licht sein im Dunkeln.
Er schenkt den Niedergeschlagenen neuen Lebensmut - und wir sollen ihnen beistehen und sie in ihrem Tal besuchen.
Er stützt mit deiner Nähe die, die sich fremd fühlen - und wir sollen sie gastlich aufnehmen und ihnen neue Heimat geben.
Er macht einsamen Kindern klar, dass sie nie allein sind - und wir sollen sie behüten überall und vor allem.
Er macht Frauen und Männer Mut, wenn sie am Ende sind - und wir sollen da, wo Alternativlosigkeit behauptet wird, ein anderes Ende schreiben.

Wer aber nicht nach Gott fragt, lebt vielleicht ins Leere hinein. Oder Mag er doch Verbündeter werden bei dieser Agenda?

Gott, du regierst mein Leben.
Es ist wunderbar.


Freitag, 31. Oktober 2014

Salzkörner ... (Teil 3 von 4 ...)

(Gastbeiträge von vier jungen Frauen aus unserer Stadt, die gemeinsam mit Pater Devis eine Reise gemacht haben ...) 



Eigentlich wollte ich nie nach Asien reisen, doch als der Vorschlag gemacht wurde, nach Indonesien zu fliegen, um dort ein Stück Weltkirche zu erleben, war klar: da komme ich mit! 

Hannah, Lydia und ich waren in einem Mädchenwohnheim der Steyler Missionarinnen, nicht weit von Pater Devis´ Elternhaus entfernt, untergebracht. Die Schwestern und Mädchen haben  uns herzlich aufgenommen. Wenn wir unterwegs waren, wurden wir natürlich von allen Seiten beobachtet, doch obwohl man uns nicht kannte, wurden wir freundlich auf der Straße gegrüßt. Anfangs war es für mich schwer, die in der Kultur übliche Nähe zum Anderen, der mir noch fremd war, einzugehen. Wir haben auf unserer Reise viele Menschen kennengelernt, die uns ihre Gastfreundschaft entgegengebracht haben. 
Besonders berührt hat mich der Besuch in einem Behindertenheim für Kinder, das wir in den vergangenen Jahren mit unserer Sternsingeraktion in Sankt Augustin unterstützt haben. Den Kindern waren die Freude und Dankbarkeit über unseren Besuch in den Augen abzulesen. Sie hatten einige Lieder und Tänze für uns einstudiert und gaben sie zum Besten, was mir sehr nah ging. Es hat mich berührt, wie viel Kraft die Kinder haben und wie viel Freude, mit der sie ihr Leben genießen! Trotz ihrer Schicksale, die jede und jeder von ihnen hat, sind sie sehr glücklich und können für andere ein Vorbild sein.
Wenn wir unterwegs waren auf Sumba, fuhren wir entweder auf Zweirädern oder der Ladefläche eines Pick-Ups.  Besonders die Fahrt auf einem großen LKW mit den Kindern der Sonntagskirche hatte ein Gefühl von Freiheit. ;-)

Beim Besuch der Sonntagsmesse in der Basisgemeinde war es schön zu sehen, wie viel Zeit sich die Menschen für den Gottesdienst nehmen.  Die Messe sollte um 8 Uhr beginnen, doch das tat sie nicht:
Pater Devis klärte uns auf, dass erst begonnen wird, wenn alle Gemeindemitglieder da sind. Bei der kleinen Zahl von Gemeindemitgliedern einer solchen Basisgemeinde ist dies gut machbar, da sich alle untereinander kennen und sei es noch so kurzfristig, jeder durch jeden informiert wird.
Für die Erfahrungen, die ich in Indonesien machen durfte, bin ich sehr dankbar. Die Familie von Pater Devis hat uns sehr herzlich aufgenommen und uns alle ein Teil der Familie werden lassen. Ich hoffe sehr, dass wir ihnen bei einem Gegenbesuch in Deutschland eine ebenso tolle & freudige Zeit bereiten dürfen….
 
Sarah R.


Sonntag, 26. Oktober 2014

"Missionssonntag" Teil 2 - Tanz, Essen, Stiftung Salzkorn

Mit Blick auf die Uhr müßte das lebendige und neugierige Gespräch ein Ende finden, denn ... Das Essen war fast fertig und es sollte noch einen Tanz geben 
Nachdem der Hirsch auf dem Weg zum Wasser den Referenten vertrieben hatte ...
War der Weg zum Buffet frei und selbiges eröffnet - lecker und reichlich und DANKE!




"Missionssonntag" - getauft - berufen - gesendet

Ein Morgen in Sankt Augustin mit Gottesdienst in bunt und multikulturell, Gespräch über die Frage und den Begriff von Mission, Einem Tanz aus Bali, Essen aus Indonesien und einigem mehr ...
Familiengottesdienst in St. Maria Königin mit dem Familienorchester, vielen Kindern, einer gefüllten Kirche und mindestens zwei Missionaren vorne am Altar (oder sind es mehr?) und festlichen Gästen ...
Ein Chor brachte zu unserem neugeistlichem Liedgut Bereicherungen aus Fernost dazu.
Die Gestaltung des Familienmesskreises zu den biblischen Lesungen und den Gebeten, die Predigt zur interkulturellen Begegnung an Hand der deutschen Glaskultur im Vergleich zur indonesischen und die nachhaltige Frage zum Missionsverständnis führte viele Menschen dann an zwei Plakaten vorbei
 in den Saal im Pfarrzentrum, wo helfende Hände alles für eine gute gemeinsame Zeit vorbereitet hatten - allen Engagierten ein herzliches Danke!
Pater Wehrle von der Hochschule der Steyler Missionare gleich nebenan in der Arnold-Janssen-Straße zerreißt zu Beginn des Gespräches Thesen zu einem möglicherweise altertümlichen Missionsbegriffes
...

Das Gespräch läuft weiter und wir warten wegen des spannenden Themas gerne noch einbinden auf Tanz und Essen ... Fortsetzung folgt!






Donnerstag, 23. Oktober 2014

Salzkörner ... (Teil 2 von 4 ...)

(Gastbeiträge von vier jungen Frauen aus unserer Stadt, die gemeinsam mit Pater Devis eine Reise gemacht haben ...) 

Am 18 Juli starteten für Sarah und mich am Frankfurter Flughafen zwei erlebnisreiche Wochen. Geplant war eine Übernachtung in Jakarta bei einem unserer früheren Kaplan, Welly Kristianto, und dann Flug nach Bali und Treffen mit Devis und seiner Familie. Dort wollten wir eine Woche bleiben und anschließend alle zusammen zu Devis Heimatinsel Sumba fliegen, wo auch noch Hannah dazu kommen würde. Von dort wieder über Bali und Jakarta zurück  nach Frankfurt.

Das war dann eigentlich schon alles, was ich über die kommenden Tage wusste! Ich habe Devis vertraut, dass alles klappen würde und es hat sich gelohnt, es war eine wunderschöne Zeit!
Langer aber angenehmer Flug, heißes und lautes Jakarta, dann endlich Bali. Das Klima ist angenehm, sehr viel Wind, da es wirklich direkt am Meer liegt. Ich hatte für einen Moment Angst, wir würden eine Wasserlandung machen, die Landebahn schließt direkt ans Meer an! Gewohnt haben wir auf Bali wirklich toll, in einem Exerzitien-Haus in Kuta, sehr nah gelegen am Flughafen und Strand. Es gab ein „normales“ Bad und auch die Stadt bot viele touristische Viertel. Wir haben zwei Tempelanlagen besucht und einen Affenpark, uns landestypisch massieren lassen und einige Stunden am Strand verbracht. Strahlende Augen bekam ich im Supermarkt, kaum vorstellbar, wie viele Sorten Mangos, Bananen und einheimische Obstsorten dort angeboten wurden. Indonesien ist kulinarisch für mich wirklich ein Traum: frisches Obst und Gemüse überall.
Nach einer Woche faulenzen hieß es wieder Koffer packen und ab nach Sumba. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen von Devis Verwandten, Freunden und den Schwestern aus dem Mädchenheim, in dem wir untergebracht waren. Neben der Gastfreundschaft, Offenheit und Spontanität der Menschen, ist es die fast unberührte Natur, die mich verzaubert hat. Ich hoffe es gelingt ihnen, die schönen Flüsse, Gebirge und Strände vor touristischen Baumaßnahmen und Verschmutzung zu schützen. 
Mein schönstes Erlebnis war ein Strandausflug mit Kindern der Sonntagskirche an den Strand. Ich war einige Stunden mit den Kindern am Strand spazieren und im Meer planschen, ihre vor Freude strahlenden Augen haben mich angesteckt, da konnte ich auch den Sonnenbrand und leichten Sonnenstich am Abend verkraften.
Gerne komme ich einmal nach Indonesien zurück, bis dahin bleiben mir die schönen Erinnerungen.

Lydia D.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Salzkörner ... (Teil 1 von 4 oder mehr?)


(Gastbeiträge von vier jungen Frauen aus unserer Stadt, die gemeinsam mit Pater Devis eine Reise gemacht haben ...)

Indonesien - Erfahrungen auf einer vom Tourismus fast unberührten Insel
 

Als ich am 26. Juli in Frankfurt ins Flugzeug stieg, war ich voller Erwartungen auf Indonesien und wusste zugleich nicht wirklich, was mich dort erwarten würde.Sicher würde ich vielen Menschen begegnen und hoffentlich viel von der indonesischen Kultur und dem Leben dort kennenlernen. Und dann wären da natürlich auch noch die Projekte, die Pater Devis durch seine Stiftung „Salzkorn“ und die Sternsingeraktion 2013 unterstützte. Die wollte ich natürlich auch sehen.

Ich hatte geplant eine Woche auf Sumba (Pater Devis Heimatinsel) mit Sarah, Lydia und Pater Devis zu verbringen und anschließend mich mit Lisa auf Bali zu treffen und dort knapp eine Woche zu bleiben. Anschließend würde Lisa weiter nach Sumba und ich zurück in die Hauptstadt Jakarta fliegen, um mich dort am Tag darauf wieder auf die Rückreise zu machen. Aber das waren alles nur organisatorische Dinge. Wie sich später herausstellte, wurde unsere Reise viel facettenreicher, als wir es uns vorher ausgemalt hatten.
Auf Sumba hatten wir wohl alle die interessanteste Zeit. Auch wenn wir leider nicht alle gleichzeitig dort sein konnten und Lisa später, ohne uns, die Zeit auf Sumba verbrachte, so waren die Tage dort wohl die Intensivsten.

Wir waren in der Hauptstadt Waingapu auf Sumba in einem Kloster untergebracht,  in dem insgesamt 4 Schwestern leben. Das Leben ist dort sehr einfach und geduscht wird mit Hilfe eines Eimers, mit dem man sich das Wasser, das frisch aus dem Brunnen aus der Leitung kommt, über den Kopf gießt. Das klappte allerdings besser als ich gedacht hatte.
Wir lernten im Laufe der Woche von Pater Devis Mutter, wie man Kokosöl und gebackene Bananen zubereitet. Besonders das Herstellen von Kokosöl war eine so aufwendige Aufgabe, dass es bis zum Abend dauerte, bis das Öl schließlich fertig war. Zu unserer Freude, durfte jeder von uns davon etwas mit nach Hause nehmen.
Abends waren wir oft bei befreundeten Familien von Pater Devis eingeladen. Das ging manchmal, so sind die Indonesier nun einmal, auch ganz spontan, sodass wir nur kurz vorher Bescheid wussten. Und jedes Mal wurde jede Menge gekocht und vorbereitet, womit wir in Deutschland sicher unglaublich überfordert und gestresst wären.
Reis ist immer mit dabei, der ist dort so etwas wie das Grundnahrungsmittel. Besonders wenn viele Gäste da sind, ist ein riesiger Topf (etwa in Mülleimergröße) bis zum Rand mit Reis gefüllt, sodass wirklich jeder satt wird.
Dazu gibt es dann zum Beispiel roten Reis, Bittergemüse, scharf gewürztes Lammfleisch (und „scharf“ wird in Indonesien ganz anders definiert als in Deutschland!), Fisch oder Bananen zu essen.
Besondere kulinarische Abenteuer waren für uns Deutsche zum Beispiel gekochtes Hundefleisch oder Hühnerkrallen. Deren Geschmack war auch durchaus etwas gewöhnungsbedürftig. ;)
An einem Vormittag am traumhaftesten Strand, den ich je gesehen hatte und der aus einem Urlaubskatalog entsprungen hätte sein können, konnten wir dann aber auch frisch über dem Feuer gebratene Fische testen 
und zum Nachtisch direkt vom Baum gepflückte Kokosnüsse. Das Kokoswasser schmeckte so unglaublich gut, dass ich am liebsten auch davon welche mit nach Hause genommen hätte.
Von den Indonesiern wurden wir dort immer sehr herzlich aufgenommen, sodass es kaum möglich war, sich nicht wohlzufühlen. Fast bei jedem Treffen bekamen wir einen Schal als Gastgeschenk überreicht. Und als wir an einem Abend in traditionelle Gewänder eingekleidet wurden und am Gottesdienst teilnahmen, tanzten sogar die Kinder der Gemeinde in ihren traditionellen Kleidern für uns.
Alles in allem ging diese Woche viel zu schnell um. Aber die Eindrücke und Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte, werde ich niemals vergessen. Und ich hoffe, dass ich irgendwann noch einmal die Gelegenheit habe nach Indonesien und vielleicht auch auf Sumba zu fliegen, denn dieses Land hat noch viel mehr Dinge zu bieten, die es sich zu entdecken lohnt!

Hannah W.

Samstag, 18. Oktober 2014

Theosalonluft schnuppern ...

gerne möchte ich mal wieder kollegial auf einen anderen blog verweisen, den man natürlich auch immer im blogroll an der Seite sehen kann - aber so der direkte Hinweis auf einen bissig ironischen oder doch eher zynischen Kommentar zu römischen Versammlungen in der Bildsprache der wichtigsten Nebensache der Welt. Für kirchenwortpolitisch unbelastete Leser der Hinweis, dass Sie zu Risiken und Nebenwirkungen Ihren zuständigen Seelsorger / Seelsorgerin fragen sollten ...
Theosaolon findet die Synode in Rom auch super.
(Danke den Außenverteidigern)

Donnerstag, 25. September 2014

Ein Querblick durch diesen blog ...

nein, kein neuer Beitrag von heute, das wieder in der nächsten Woche - zum Herbst hin soll der blog nach einem großen Sommerloch wieder Fahrt aufnehmen - auch mit einigen Gastbeiträgen - hier und heute aber ein kleiner Querblick durch vielleicht verpasste, aber vielleicht immer noch interessante posts:

Als einer der Ankündigungsblogbeiträge zur großen Bibelwoche in acht Kitas gab es eines der Videos vom Eingang in die Kirche und den Blick auf die Kirchenjahrsübersicht

(alle zwölf posts auch unter dem Label BibelwocheTaufe14)

Die Beiträge aus und in fünfachtel unter dem Label desselben Namens - interaktiv & direkt.

Ein Rückblick auf die Fastenzeit exemplarisch mit dem Leporello.

Unter den Gastbeiträgen wird es bald noch mehr Vielfalt geben, schon jetzt findet sich viel pointiertes dort.

Advent, Familie, Theologie und Wirtschaft - immer wieder eine zu füllende Kategorie, ruhig mal stöbern ... aber meditativ ist leider immer noch ziemlich aktuell


Und welche Themen fehlen noch? Anregungen gerne auch hier in die Kommentare ...



.

Sonntag, 14. September 2014

"MEDIENsonntag" - Gemeinschaften und Begegnungen

Heute wird in den Kirchen mit der Botschaft des Papstes auch der Bedeutung der Medien für unsere Gemeinschaften gedacht - und wie ist das für Euch und für Sie?

Leben unsere Beziehungen und unsere Gruppen mehr auf durch die Möglichkeiten, die die Technik uns bietet?

Was gibt es alles, wer ist hier alles unterwegs?

Alle sind eingeladen, hiervon zu berichten und zu teilen - einfach einen Kommentar und einen Hinweis hierhin in diesen doch wohl recht internen blog - erzählt von facebook-fanpages, twittern von freizeiten, Gruppenkommunikation online in Minuten, Werbungen, Begegnungen, Erzählungen, Bilder ...


Ich freu mich drauf!

(ein paar Beispiele schon mal als Bildauszüge ...)


Montag, 1. September 2014

Aus dem Sommerloch zurück? Weltfriedenstag ... und mehr?

Selten habe ich den Sommer so stark als wohltuende Unterbrechung des Alltages erlebt -
 viele Faktoren haben dazu beigetragen: einiges ging kontrolliert und gut zu Ende,
zahlreiche Abschiedszeremonien,
intensive Reisen, Aufgaben, Erlebnisse -



und doch auch schon mittendrin (aber mit weitem Abstand) das beunruhigende Gefühl, dass sich großes in der Welt tut - leider nicht nur gutes. Plötzlich Nachrichten von einem verunglückten Verkehrsflugzeug, Flüchtlingsströme neu im Fokus und immer noch die vielen Vergessenen oder Ausgeblendeten - die Idee eines Friedenspreises für die italienische Marine, die tausende Flüchtlinge vor dem Ertrinken rettet, finde ich da noch die beste Nachricht.

Seit nun gut sechs Wochen gibt es jeden Mittwoch ein Friedensgebet in der Stadt, da es für einige Menschen ein immer größeres Bedürfnis wurde, der Ohnmacht und dem Sehnen nach Frieden, ja dem Harren einen Ort und eine Zeit zu geben.
Ob hier, oder im Stillen, oder bei den vielen Netzangeboten - wir sollten alle etwas für den Frieden zu tun versuchen ...


Ein Text vom letzten Mittwoch (eine Variation eines Psalmes nach Uwe Seidel):

„Psalm 130 – Volkstrauer“
Aus der Tiefe uralten Mißtrauens – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe unserer Verachtung des Fremden – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe der Wunden, die wir geschlagen – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe des Leids, das auf uns zurückfiel – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe unserer Ohnmacht – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe unserer Ängste – rufen wir, Herr, zu dir.
Aus der Tiefe unserer Empörung – rufen wir, Herr, zu dir.
Mit unseren eigenen Toten sagen wir: nie wieder Krieg.
Herr, höre unsere Stimme.
Wir bekennen: ja, wir sind verantwortlich für unserer Schwestern, unserer Brüder Leben.
Herr, höre unsere Stimme.
Mit den Toten im Irak, in Mossul, im Gebirge, auf der Flucht rufen wir: schenke Frieden.
Herr, höre unsere Stimme.
Mit den Toten in Gaza, im Flüchtlingslager, in Israel, an den Grenzen rufen wir: schenke Frieden.
Herr, höre unsere Stimme.
Würdest du, Herr, uns beurteilen nach den Waffen, denen wir trauten, Herr, wer könnte bestehen?
Würdest du, Herr, uns beurteilen nach den Feindbildern, die wir pflegten, Herr, wer könnte bestehen?
Würdest du, Herr, uns beurteilen nach der Vergangenheit, die wir verdrängten, Herr, wer könnte bestehen?
Würdest du, Herr, uns beurteilen nach der Selbstgerechtigkeit, die wir liebten, Herr, wer könnte bestehen?
Aber bei dir ist Vergebung, damit aus Feinden wieder Schwestern und Brüder werden können. Du läßt dich als ein menschenfreundlicher Gott erfahren, damit wir einander erfreuen mit den Gaben, die wir aus deiner Hand empfangen haben.
Bei dir ist Erlösung in Fülle, damit wir einander befreien.